|
Der europäische Iltis,
Mustela putorius, gehört zu der großen Familie der Marder,
Mustelidae, und
er gehört zu der Ordnung der Raubtiere. Der Iltis ist weit über Europa und
Asien verbreitet. Man findet ihn in Wäldern, auf Wiesen und
Feldern, in Park- und Heckenlandschaften, oft auch in Gewässernähe,
obwohl er nicht so stark an Wasser gebunden ist wie die Nerze.
Außerdem kommt er bei und in Dörfern vor, sowie in Gehöften, Scheunen
und Ställen, in denen er trotz seiner geringen Kletterfähigkeit oft
auf Dachböden haust. Im Herbst bezieht er häufig Speicher und andere
Räume, in die sich die Mäuse- seine Hauptbeutetiere- im Winter
zurückziehen. Am Tag verbergen sich Iltisse meistens in selbst
gegrabenen Erdbauten, verlassenen Dachs-, Kaninchen-, Fuchs-, Hamster-
oder Schermausbauen und anderen Schlupfwinkeln. In der Nacht
durchstreifen sie ihre Reviere. Der europäische Iltis ist ein
Dämmerungs- und Nachttier, das tagsüber oft "fest wie ein Ratz"
schläft. Er findet sich vor allem durch Geruch und Gehör zurecht,
während der Gesichtssinn (sehen) von geringer Bedeutung ist.
Vorwiegend ernährt sich der Iltis von Mäusen, Ratten und Wühlmäusen,
gelegentlich auch von Hamstern, von Zieseln, Bisamratten, Kaninchen
und Hasen. Maulwürfe, Spitzmäuse, Vögel und Kriechtiere werden
gleichfalls von ihm erbeutet, selbst Kröten, die von vielen anderen
Tieren verschmäht werden. Neben den genannten Beutetieren verzehren
Iltisse Regenwürmer, Krebse, Spinnen und Kerbtiere. Sie graben sogar
Hummelnester aus- nicht nur, um die Hummeln zu verspeisen, sondern
auch des Honig wegen. Obwohl sie auch Obst zu sich nehmen, hat Pflanzenkost für sie in freier Natur nur wenig Bedeutung. Die Nahrung
der europäischen Iltisse besteht in der Regel zu mehr als 80% aus
Wirbeltieren, von denen die Hälfte schädliche Nager sind. Wie andere
Marder ist der Iltis zwar als Einbrecher in Geflügel- und
Kaninchenställen in Verruf gekommen; doch abgesehen von solch kleinen
"Schandtaten" und dem gelegentlichen Reißen eines Kaninchens oder
Hasen, nutzt er der Land- und Forstwirtschaft und verdient unbedingte
Schonung. Seine Beute erledigt der Iltis in üblicher Marderweise,
Säugetiere werden durch einen Nackenbiss getötet, zuweilen auch
"totgeschüttelt", größere Tiere durch wiederholte Bisse in die
Schnauze. Beim Kampf und bei Bedrohung stößt der Iltis einen scharfen,
gellenden Drohschrei aus und entleert dabei meistens die Aftertaschen,
weswegen er auch "Stänker" genannt wird; er greift dann seinerseits an
und er beißt sich an dem Gegner- auch an Menschen- fest. Durch den mit
Gestank verbundenen plötzlichen Gegenangriff werden manche Hunde so
erschreckt oder eingeschüchtert, dass sie nur zaghaft zufassen oder
fliehen. Neben Mensch und Hund kommen als Feinde der Iltisse
Wildkatze, Wolf, Fuchs, große Greifvögel und Eulen in Betracht. Der
Iltis "stinkt" aber nicht nur bei Angriff und Abwehr, sondern auch
bei Angst- etwa in der Falle- und bei anderen stark unlustbetonten
Erregungen. Außerdem dienen die Drüsenabscheidungen zur Markierung
der Reviergrenzen und der Wechsel, vielleicht auch zum Zusammenfinden
der beiden Geschlechter. Das "Heim" wird ferner durch Absetzen von
Kot und Urin an bestimmten Stellen der Umgebung markiert. |