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Endlich gibt es
auch in Deutschland einen eigenen Impfstoff für Frettchen in
Einzeldosierung. Umso wichtiger, dass Frettchenhalter ihre Tiere
jetzt gezielt schützen. Bei Fragen zum Impfschutz berät euch
sicherlich gern euer Tierarzt oder Tierärztin. |
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Parvovirose=Aleutenkrankheit der Nerze (Hypergammaglobulinämie),
Nerzenteritis, feline und canine Parvovirose (Katzenseuche/Panleukopenie):
Die Aleutenkrankheit der Nerze wird durch
Parvoviren hervorgerufen und von Nerzen oder latent erkrankten
Frettchen übertragen. In seltenen Fällen können Frettchen
klinisch erkranken, allerdings ist es weder bei Nerzen noch bei
Frettchen möglich, gegen die Aleutenkrankheit zu immunisieren. |
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Die Erreger der
Nerzenteritis, ebenfalls Parvoviren, weisen eine sehr große
Ähnlichkeit mit felinen Parvoviren auf, so dass in Fachkreisen
diskutiert wird, ob es sich eventuell um ein und dasselbe Virus
handeln könnte. Frettchen sind für diese Erkrankung jedoch nicht
empfänglich. Nur gelegentlich wurden intrauterine Infektionen
vermutet, die Missbildungen bei ungeborenen Tieren hervorrufen
können. |
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Die typische
Parvovirose mit starkem Durchfall und Erbrechen, wie sie vor
allem bei Hunde- und Katzenwelpen auftritt, wird bei Frettchen
nicht beschrieben. Ob überhaupt eine Empfänglichkeit für canine
und feline Parvoviren und damit die Notwendigkeit zur Impfung
besteht ist unklar. |
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Botulismus:
Botulismus wird durch die Toxine
(Giftstoffe) des Bakteriums Clostridium botulinum verursacht.
Diese entstehen nur unter Luftabschluss, beispielsweise in
Kadavern. Die Aufnahme der
Toxine führt zu Lähmungen der gesamten Muskulatur, bis
schließlich der Tod durch Atemversagen eintritt.
Therapieversuche enden meist erfolglos. Bei Nerzen kam es in der
Vergangenheit durch Verfütterung unzureichend erhitzter
Fleischabfälle des Öfteren zu Vergiftungen mit Botulinum-Toxin
vom Typ C, daher steht hier ein Impfstoff zur Verfügung.
Frettchen sind gegen Botulismus ebenfalls sehr empfindlich, so
dass zu einer guten Hygiene bei der Fütterung geraten ist. |
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Hämorrhagische Pneumonie:
Bei Nerzen wurde häufig Infektionen mit
Pseudomonas aeruginosa beobachtet. Diese Bakterien findet man
oft in Fisch- und Fleischabfällen, sie können jedoch auch Wasser
kontaminieren. Die für Nerze gefährlichen Subtypen bewirken
schwerwiegende Lungenentzündungen, die aufgrund von
Antibiotikaresistenzen kaum zu therapieren sind. Wie im falle
des Botulismus gibt es auch hier einen Impfstoff, der gegen die
wichtigsten Subtypen schützt. Frettchen können über Fleischreste
oder verunreinigtes Trinkwasser ebenfalls mit diesen
Pseudomonaden infiziert werden und schwer erkranken, so dass
auch hier auf die Futterhygiene geachtet werden sollte. |
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Staupe (Canine
Distemper/Carre-Krankheit):
ist eine virale
Infektionserkrankung, die bei verschiedenen Fleischfressern
(Hundeartige, Marderartige, Großkatzen u.a.) auftritt. Frettchen
sind besonders empfänglich für das Staupevirus und vor allem bei
Jungtieren kann die Erkrankung dramatisch und mit hohen
Verlusten verlaufen. |
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Das Staupevirus (canine distemper
virus, CDV) ist ein Morbillivirus, das zu der Familie der
Paramyxoviren zählt. Die Ansteckung erfolgt über Mund- und
Nasenschleimhäute durch Sekrete und Exkrete kranker Tiere oder
auch klinisch gesunder Virusausscheider. Eine Übertragung durch
Hände, Kleider oder Gegenstände ist ebenfalls möglich, so dass
auch in der Wohnung gehaltene Frettchen nicht vor einer
Ansteckung geschützt sind. Zunehmende Impfmüdigkeit und Importe
ungeimpfter Hunde aus dem Ausland führen in letzter Zeit zu
einem Anstieg der Staupeerkrankungen bei Hunden, so dass es auch
vermehrt zu Infektionen bei Frettchen kommt. |
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Bei Frettchen werden vor allem die
katarrhalische und die nervöse Form der Symptome gesehen. Die
schwere katarrhalische Form betrifft den Atmungsapparat und den
Verdauungstrakt: durch eitrigen Ausfluss verkleben Augen und
Nasenlöcher; am Kinn, im Bereich des Anus und in der
Leistengegend treten wunde Stellen auf. Die Frettchen haben
hohes Fieber, das aber oft nicht erkannt wird. Als Folge einer
Lungenentzündung kommt es zu Husten und Atembeschwerden. Die
Frettchen fressen weniger oder gar nicht mehr, was zu Abmagerung
und Austrocknung führt. Erbrechen und Durchfall können das
Krankheitsgeschehen beschleunigen. Bei längerem
Krankheitsverlauf treten Verhornungsstörungen im Ballen- und
Nasenspiegelbereich auf. Entzündungen im Nervensystem führen zur
nervösen Form der Staupe: Speicheln, Krämpfe, Anfälle,
Bewegungs- und Sensibilitätsstörungen sowie komatöse Zustände
können die Folge sein. Diese Form kann, vor allem bei
Jungtieren, so rasant verlaufen, dass am Vortag noch gesund
wirkende Frettchen am nächsten Tag tot im Käfig liegen. |
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Bei der Staupe-Grundimmunisierung von
Welpen ist zu beachten, dass mindestens eine Impfung nach der
10. Lebenswoche erfolgt. Welpen unterhalb dieser Altersgrenze
können noch durch die Milch der Fähe mit Antikörpern versorgt
sein, die die Ausbildung des Impfschutzes beeinträchtigen
können. Deshalb sollten Jungtiere unbedingt nach 4-6 Wochen ein
zweites Mal geimpft werden. Die Immunität hält dann 12 Monate
an. Die Wiederholungsimpfungen sind am besten vor der Ranz
vorzunehmen. |
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Hier noch ein kleiner
Flyer zum Ausdrucken, sozusagen als kleine Merkstütze. |
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Tollwut:
Tollwut
wird durch Infektion mit Rhabdoviren verursacht und verläuft
fast immer tödlich. Die flächendeckende Köderimpfung der
Fuchspopulation konnte die Wildtollwut in Deutschland stark
zurückdrängen, so dass heute nur noch wenige Fälle auftreten.
Sollte sich jedoch ein Frettchen mit Tollwut infizieren, muss es
getötet werden, da eine Infektionsgefahr für Menschen besteht.
Geimpft werden sollten daher Jagdfrettchen oder in Freigehegen
gehaltene Tiere, die eventuell Kontakt zu Wildtieren haben
könnten. Auch bei Reisen ins Ausland ist für das Frettchen,
entsprechend den Regelungen für Hund und Katze, der Nachweis
über die Impfung gegen Tollwut vorzulegen. Hier gilt ebenfalls,
dass nur die für das Frettchen zugelassenen Einzelimpfstoffe
verwendet werden dürfen. |
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Leptospirose:
gehört wie die Tollwut zu den Zoonosen, das heißt sie kann vom
Tier (Ratte, Hund) auf den Menschen übertragen werden und dort
eine Erkrankung bewirken. Heutzutage werden jedoch fast alle
Infektionen mit Leptospiren auf den Kontakt mit Rattenurin
verseuchten Gewässern zurückgeführt. Betroffen sind meist Hunde,
die gerne schwimmen gehen, ebenso wie Wassersportler, Angler und
Kanalarbeiter. Leptospirose-Infektionen beim Frettchen treten
eigentlich nur auf, wenn die Tiere zur Ratten- oder Mäusejagd
verwendet werden. Ein für Frettchen auf Wirksamkeit geprüfter
und zugelassener Impfstoff ist nicht vorhanden. Ob für Hunde
zugelassene Impfstoffe gegen Leptospirose schützen können, ist
nicht bekannt.
Diese Krankheit ist
meldepflichtig!
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Hepatitis
contagiosa canis (HCC, Rubarth-Krankheit):
Die ansteckende Leberentzündung der Hunde konnte in Deutschland
durch Impfung fast vollständig zurückgedrängt werden. Frettchen
sind für diese Krankheit, das heißt für die Infektion mit
caninen Adenoviren nicht empfänglich, daher ist eine Impfung
unnötig. |
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