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Der Europäische Iltis oder
Waldiltis (Mustela putorius) ist eine Raubtierart aus der Familie der
Marder (Mustelidae). |
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Der
Körperbau |
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Europäische Iltisse haben
einen schlanken, lang gestreckten Körper mit relativ kurzen Gliedmaßen.
Das Fell ist dunkelbraun oder schwarz gefärbt, das gelbliche Unterfell
schimmert durch die Deckhaare hindurch. Die Schnauze ist weißlich,
ebenso der Bereich hinter den Augen und die Spitzen der Ohren. Schwarze
Flecken um und vor den Augen sorgen für eine maskenähnliche
Gesichtszeichnung. Das Fell ist im Sommer und Winter gleich gefärbt, das
Sommerfell ist allerdings deutlich dünner.
Hinsichtlich Größe und Gewicht zeigen diese Tiere einen ausgeprägten
Geschlechtsdimorphismus. Während Männchen eine Kopfrumpflänge von 30 bis
46 Zentimeter erreichen und 0,4 bis 1,7
Kilogramm
wiegen, sind die Weibchen mit 20 bis 38 Zentimetern Kopfrumpflänge und
0,2 bis 0,9 Kilogramm deutlich kürzer und leichter. Die Schwanzlänge
beträgt 7 bis 19 Zentimeter. |
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Das
Verbreitungsgebiet und der Lebensraum |
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Europäische Iltisse sind in
nahezu ganz Europa verbreitet und zählen zu den häufigsten
einheimischen Mardern. Er fehlt lediglich in Irland und dem größten
Teil Skandinaviens, im Osten erstreckt sich sein Verbreitungsgebiet bis
zum Uralgebirge. In Neuseeland wurde die Art eingeführt.
Trotz der Bezeichnung Waldiltis ist die Art kein ausgeprägter
Waldbewohner, ihr Lebensraum sind eher offene Waldränder, aber auch
Felder und Wiesen. Oft ist er in der Nähe von Gewässern und
Feuchtgebieten zu finden. Manchmal lebt er in der Nähe des Menschen, bei
Dörfern und Höfen, wo auch die Ställe oder Scheunen zu seinem Jagdrevier
gehören. |
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Die
Lebensweise |
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Europäische Iltisse sind
nachtaktiv und beginnen die Nahrungssuche bei der Dämmerung. Tagsüber
ziehen sie sich in selbst gegrabene Baue, Felsspalten, hohle Baumstämme,
verlassene Baue anderer Tiere (zum Beispiel denen von Kaninchen), aber
auch in Gebäude und Mauernischen zurück. Sie leben außerhalb der
Paarungszeit einzelgängerisch und markieren ihr Revier mit dem Sekret
ihrer Analdrüse. Diese übel riechende Sekret wird auch zur Verteidigung
eingesetzt. Die Tiere halten sich vorwiegend am Boden auf. Sie klettern
fast nicht, können aber im Gegenzug gut schwimmen und tauchen und
begeben sich auch in Gewässern auf Nahrungssuche. |
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Die
Nahrung |
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Europäische Iltisse sind
Fleischfresser, die sich vorwiegend von Kleinsäugern wie Nagetieren und
Kaninchen ernähren. Sie sind geschickte und aggressive Jäger, die ein
Beutetier überwältigen können, das doppelt so groß ist wie sie. Neben
Amphibien stehen auch Vögel, Fische und Nagetiere auf ihrem Speiseplan. Manchmal erlegt er auch Schlangen, ist aber, anders als manchmal
behauptet, nicht gegen Schlangengift immun.
Beutetiere werden durch einen gezielten Nackenbiss getötet. Manchmal
legen sie sich auch ein Nahrungsvorrat in ihren Bauen an. |
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Die
Fortpflanzung |
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Die Paarung findet von März
bis Juni statt. In dieser Zeit kann es zu Kämpfen zwischen den Männchen
um das Paarungsvorrecht kommen. Während der Begattung selbst stellt das
Männchen das Weibchen mit Hilfe eines Nackenbisses ruhig. Nach rund
42-tägiger Tragzeit bringt das Weibchen zwei bis zwölf (durchschnittlich
drei bis sieben) Jungtiere zur Welt. Diese sind bei der Geburt blind und
relativ klein, rund 10 Gramm. Mit einem Monat öffnen sich ihre Augen, im
gleichen Zeitraum werden sie entwöhnt. Mit rund drei Monaten sind sie
ausgewachsen und werden selbstständig. In freier Natur können die Tiere
ein Alter von rund sechs Jahren erreichen, in menschlicher Obhut bis zu
14 Jahre. |
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Der
Iltis und der Mensch |
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Etwa im 1. Jahrtausend v.
Chr. begann der Mensch die Jagdfähigkeiten der Iltisse für seine
Bedürfnisse zu nutzen. Es wurden Wildtiere gezähmt und für die Jagd auf
Kaninchen, Ratten und Mäuse eingesetzt. Über die Jahrhunderte entstand
so die domestizierte Form des Iltisses, das Frettchen (Mustela putorius
furo), obgleich unklar ist, ob der Europäische Iltis oder der
Steppeniltis dessen Urform ist.
Zu den Bedrohungen der Europäischen Iltisse zählen der Verlust ihres
Lebensraumes durch die Siedlungstätigkeit und die Jagd auf ihr Fell,
obwohl diese im Vergleich zu verwandten Arten (Hermelin, Europäischer
Nerz) nur eine untergeordnete Rolle spielte. Trotzdem sind sie
weitverbreitet und zählen nicht zu den bedrohten Arten. |
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Bilder
vom Iltis |
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findet ihr, wenn man
H I E R draufklickt! |
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Literaturhinweis |
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Ronald M. Nowak: Walker's
Mammals of the World. Johns Hopkins University Press, 1999 ISBN:
0801857899 |
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Quelle |
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Arbeitskreis Wildbiologie
an der Justus-Liebig-Universität Gießen e.V.: Informationen über
einheimische Marderartige - Europäischer Iltis, Waldiltis (Mustela
putorius Linné, 1758) |
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