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Der Amerikanische Nerz oder
Mink (Neovison vison, früher Mustela vison) ist eine Raubtierart aus der
Familie der Marder (Mustelidae). Ursprünglich nur in Nordamerika
verbreitet, ist er als Gefangenschaftsflüchtling aus Pelztierfarmen
mittlerweile auch in Europa heimisch. Mit dem Europäischen Nerz ist er
nicht sehr nahe verwandt, die Arten sind nicht kreuzbar. |
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Der
Körperbau |
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Amerikanische Nerze haben
einen langgestreckten Körper mit relativ kurzen Gliedmaßen und Schwanz.
Das Gesicht ist flach und zugespitzt, die Zehen sind als Anpassung an
die semiaquatische Lebensweise zum Teil mit Schwimmhäuten verbunden.
Eine Analdrüse sondert ein moschusartiges Sekret ab, dessen Geruch
manchmal als penetranter als der der Skunks beschrieben wird. Das
weichte, dichte Fell ist Wasser abweisend, seine Grundfärbung ist braun.
Das Kinn ist weiß gefärbt, manchmal sind auch weiße Flecken an der Kehle
und am Bauch sichtbar. Durch Züchtungen sind mittlerweile viele
Farbvarianten vorhanden. Die Tiere erreichen eine Kopfrumpflänge
von 30 bis 43 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 13 bis 23 Zentimeter und
ein Gewicht von
0,7 bis 2,3 Kilogramm, wobei die Männchen deutlich schwerer werden als
die Weibchen. Amerikanische Nerze können somit deutlich schwerer
werden als ihre europäischen Vettern. |
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Das
Verbreitungsgebiet und der Lebensraum |
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Ursprünglich war die Art auf
Nordamerika beschränkt. Sie kam in Alaska, in nahezu ganz Kanada (mit
Ausnahme des äußersten Nordens) sowie im Kerngebiet der USA (die 48
zusammenhängenden
Staaten) außer den südwestlichen Teilen vor. Seit den
1950er Jahren haben sich aus Nerzfarmen entlaufene oder freigelassene
Tiere auch in Europa ausgebreitet und den eigentlich heimischen
Europäischen Nerz weithin verdrängt.
Amerikanische Nerze sind ans Wasser gebunden. Man findet sie sowohl
entlang von Flüssen und Seen, als auch in Sümpfen und Marschland. Sie
benötigen dabei aber dicht mit Vegetation bestandene Ufergebiete. |
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Die
Lebensweise |
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Diese Tiere sind in der Regel
dämmerungs- oder nachtaktiv. Tagsüber verbergen sie sich in Bauen, die
sie selbst gegraben oder von anderen Tieren übernommen haben, manchmal
auch unter Steinen oder in Baumwurzeln. Selbst gegrabene Baue können bis
zu 3 Meter lang sein und oft mehrere Eingänge haben. Minks können
ausgezeichnet schwimmen und bis in Tiefen von 6 Metern tauchen.
Außerhalb der Paarungszeit leben sie einzelgängerisch und reagieren auf
Artgenossen äußerst aggressiv. Mit dem Sekret der Analdrüse werden die
Reviergrenzen markiert, die Größe der Territorien ist variabel, die von
Weibchen sind üblicherweise 8 bis 20 Hektar groß, Reviere von Männchen
sind größer und können manchmal 800 Hektar umfassen. |
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Die
Nahrung |
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Amerikanische Nerze sind
Fleischfresser, die sich von einer Vielzahl von Beutetieren ernähren.
Sie verzehren unter anderem kleine Säugetiere (wie Bisamratten, Hasen
und Spitzmäuse), Krebse und Frösche. Manchmal erbeuten sie auch
Wasservögel und Fische. |
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Die
Fortpflanzung |
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Einmal im Jahr bringt das
Weibchen nach einer rund 40- bis 80-tägigen Tragzeit zwei bis zehn
(durchschnittlich fünf) Jungtiere zur Welt. Die hohe Varianz der
Trächtigkeitsdauer liegt vermutlich an einer verzögerten Einnistung der
befruchteten Eizelle. Die Paarungszeit fällt in die Monate Februar bis
Anfang April, die Geburt auf Ende April oder Mai. Zur Geburt kleidet das
Weibchen ein Nest mit Fell, Federn und trockenen Pflanzen aus, dort
verbringen die Neugeborenen ihre ersten Lebenswochen. Nach fünf bis
sechs Wochen werden sie entwöhnt, im Herbst verlassen sie ihre Mutter
endgültig. Weibchen werden mit rund einem Jahr und Männchen mit 18
Monaten geschlechtsreif. Die Lebenserwartung wird auf maximal 10 Jahre
geschätzt. |
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Der
Mink und der Mensch |
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Schon früh wurden
Amerikanische Nerze ihres Felles wegen gejagt, das als besonders
wertvoll gilt. Erste erfolgreiche Zuchtversuche in Pelztierfarmen wurden
um 1900 in den USA begonnen. Eine Zucht des Europäischen Nerzes war
hingegen nie möglich. Daher wurden amerikanische Zuchtnerze auch in
Europa eingeführt. Durch menschlichen Einfluss
entstanden Farbmutationen, zum Beispiel rein weiße, schwarze oder
silberblaue, auch Saphir-Nerze genannte, Exemplare.
Tiere, die in Europa aus Farmen geflüchtet sind oder freigelassen
wurden, haben sich großflächig ausgebreitet. Da Amerikanische Nerze
anpassungsfähiger und robuster als ihre europäischen Verwandten sind,
haben sie diese vielerorts verdrängt, wodurch der Europäische Nerz an
den Rand der Ausrottung getrieben wurde. So gibt es heute wild lebende
Populationen unter anderem in Island, Skandinavien, den Britischen
Inseln, Frankreich, Spanien, Deutschland, Polen und in großen Teilen
Russlands.
Da der Pelz der Tiere nicht beschädigt werden darf, erfolgt die Tötung
in den Pelztierfarmen mit Cyanwasserstoffgas. Oft jedoch werden die
Tiere lediglich betäubt und dann lebendig gehäutet. Nerzfarmen stehen
besonders in der Kritik von Tierschützern, da auch die
Haltungsbedingungen in diesen Farmen der artgerechten Haltung Hohn
sprechen.
Befreiungsaktionen haben zwar dazu beigetragen, die Öffentlichkeit auf
die mit der Nerzzucht verbundenen Probleme aufmerksam zu machen,
gefährden aber im Gegenzug den Europäischen Nerz. Wenn man davon
absieht, dass die Kritiker in der Regel jegliche Zucht für Pelzzwecke
ablehnen, konzentriert sich die Kritik beim Nerz vor allem auf die
Gehege- oder Käfiggröße, das Halten in Käfigen an sich, die
Einzelhaltung und das Fehlen von Schwimmwasser. Die Züchter führen
dagegen an, dass eine Bodenhaltung die Übertragung von Krankheiten
fördert und der Nerz durch die lange Domestikationsfolge kein
Schwimmwasser für sein Wohlbefinden benötigt. Die Tötung in den
Pelztierfarmen erfolgt in der Regel mit Kohlenmonoxid-Gas.
Die meisten Pelztierfelle stammen aus Zuchtfarmen. Die meisten Nerze
werden in Europa nach wie vor in Dänemark, Italien und den Niederlanden
gezüchtet. Eine wesentliche Grundlage für die Pelztierzucht ist
insbesondere in Skandinavien und Holland die Weiterverarbeitung von
Fleisch- und Fischabfällen als Pelztierfutter. In Österreich,
Großbritannien und der Schweiz wurde die Pelztierzucht eingeschränkt,
während China in etwa einem Jahrzehnt zu einem der wichtigsten
Zuchtländer auch für Nerze herangewachsen ist. In Deutschland finden
sich noch wenige Dutzend Nerzfarmen mit Schwerpunkten in NRW,
Schleswig-Holstein und Niedersachsen.
Die Haltung von Nerzen
zur Pelztierzucht ist aus Gründen des Tierschutzes in den Niederlanden
und Großbritannien bereits verboten. |
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Systematik |
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Traditionell wurde der
Amerikanische Nerz zusammen mit dem Europäischen Nerz und einigen
Wieseln in die Gattung Mustela eingeordnet. Jüngeren Untersuchungen
zufolge ist er jedoch nur entfernt mit diesen verwandt und wird darum
zusammen mit dem ausgestorbenen Seenerz in einer eigenen Gattung,
Neovison, klassifiziert. |
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Bilder
vom Mink |
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findet ihr, wenn man
H I E R draufklickt! |
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Literaturhinweis |
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-Ronald M. Nowak: Walker's
Mammals of the World. Johns Hopkins University Press, 1999 ISBN:
0801857899 |
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-D. E. Wilson, D. M. Reeder: Mammal Species of the World. Johns Hopkins University Press, Baltimore 2005. ISBN 0801882214 |
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Weblinks |
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Mustela vison
in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2007. Eingestellt von: Mustelid Specialist Group, 1996. Version vom 12. Mai 2006 |
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