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Das Mauswiesel (Mustela
nivalis), auch Zwerg- oder Kleinwiesel oder volkstümlich Hermännchen
genannt, ist eine Raubtierart aus der Familie der Marder (Mustelidae).
Neben dem Hermelin ist es die zweite in Mitteleuropa heimische Art der
Wiesel. |
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Der
Körperbau |
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Das Mauswiesel ist der
kleinste Vertreter der Raubtiere überhaupt, wenn es auch in ihrem großen
Verbreitungsgebiet erhebliche Größenunterschiede gibt. So schwankt die
Kopfrumpflänge zwischen 11 uns 26 Zentimeter, die Schwanzlänge zwischen
2 und 8 Zentimeter und das Gewicht zwischen 25 und 250 Gramm. Die Tiere
in Nordamerika werden generell kleiner als die Tiere in Eurasien, diese
werden dort als Least Weasel („Kleinstes Wiesel“) bezeichnet. Ebenso
sind Weibchen durchschnittlich kleiner und leichter als die Männchen.
Wie beim Hermelin kann es auch bei Mauswieseln zu einem jahreszeitlich
bedingten
Fellwechsel
kommen. Im Sommer sind sie an der Oberseite braun und an der Unterseite
weiß gefärbt, das Winterkleid ist komplett weiß, im Gegensatz zum
Hermelin ist dabei auch ihre Schwanzspitze weiß. Diese Fellwechsel
findet allerdings nur im äußersten Norden des Verbreitungsgebiets und im
Hochgebirge statt und unterbleibt zum Beispiel in Deutschland ganz. |
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Das
Verbreitungsgebiet und der Lebensraum |
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Mauswiesel sind nahezu in der
gesamten Paläarktischen Region sowie in Nordamerika beheimatet. Ihr
Verbreitungsgebiet reicht von Westeuropa bis Japan und China und
schließt im Gegensatz zum Hermelin auch den Mittelmeerraum und das
nördliche Afrika mit ein. Nur in Irland, Island und den arktischen
Inseln leben sie nicht. In Nordamerika sind sie in Alaska, nahezu ganz
Kanada und dem Norden der USA verbreitet. In Neuseeland wurde die Art
eingeführt.
Mauswiesel bewohnen eine Reihe von Habitaten, darunter Waldränder,
Grasländer, Tundren, Steppen und Halbwüsten,
Grünland- und Weinbergsbrachen,
Wiesen und Weiden.
Insbesondere in landwirtschaftlich genutzten Gebieten erreichen sie im
Sommer hohe Populationsdichten. Zur Fortbewegung und Jagd werden lineare
Strukturen wie Hecken, ungepflegte Gräben, Altgrasstreifen und
Feldränder genutzt. Tiefe Wälder, Wüsten sowie Gebirge über 3000 Meter
Seehöhe werden gemieden. |
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Die
Lebensweise |
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Mauswiesel können sowohl bei
Tag als auch bei Nacht unterwegs sein, in den meisten Fällen sind sie
allerdings dämmerungs- oder tagaktiv. Als Deckung und Unterschlupf
beziehen sie Felsspalten, hohle Baumstämme, Steinhaufen oder Baue
anderer Tiere. Die Nester werden mit trockener Vegetation, Haaren oder
Federn ausgekleidet.
Diese Tiere leben außerhalb der Paarungszeit vermutlich einzelgängerisch.
Sie sind bei guten Nahrungsverhältnissen standorttreu. Die
Reviergröße beträgt bei Männchen bis zu 50 Hektar, bei Weibchen rund 1
bis 4 Hektar. Die Grenzen ihres Territoriums werde mit dem Sekret ihrer
Analdrüsen markiert. Das Revier eines Männchens kann sich mit dem eines
oder mehrerer Weibchen überlappen. Männchen leben in der
Hauptpaarungszeit von März bis Oktober in der Regel nomadisch auf der
Suche nach fortpflanzungsfähigen Weibchen. Begegnungen mit anderen
Männchen werden dabei vermieden, können aber auch in aggressiven
Auseinandersetzungen enden. |
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Die
Nahrung |
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Die Nahrung der Mauswiesel
besteht vorrangig aus Kleinsäugern, insbesondere Nagetieren und Hasen.
Sie sind klein genug, um selbst in die Gänge von Mäusen zu kriechen um
dort auf Mäusejagd zu gehen. In
England wurde in den 1980er Jahren herausgefunden, dass Feldmäuse 55%,
Kaninchen 19% und Vögel 15% der Beute ausmachen. Aufgrund ihres sehr
engen Nahrungsspektrums sind Mauswiesel an Lebensräume mit einer
Mindest-Mäusedichte gebunden, wobei sie kurzzeitig und
jahreszeitenabhängig auch auf andere Nahrung wie Vögel bzw. deren Eier,
Junghasen oder Eidechsen ausweichen können. Aufgrund ihres hohen
Grundumsatzes sind diese kleinen Raubtiere jedoch auf eine
kontinuierliche Deckung ihres Energiebedarfs angewiesen. Wenn es in ihrem
Lebensraum keine Kaninchen gibt, steigt der Wühlmausanteil an der
Nahrung auf teilweise über 80% und im Winter sogar auf 100%. Das
Beutespektrum ist so wesentlich geringer als beim Hermelin, Mauswiesel
haben sich stärker spezialisiert. |
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Die
Fortpflanzung und Lebenserwartung |
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Die Paarung kann das ganze
Jahr über erfolgen, auch in den arktischen Regionen im Winter, solange
nur genug Nahrung vorhanden ist. Höhepunkt der Fortpflanzungssaison ist
allerdings im Frühling und Spätsommer, unter günstigen Voraussetzungen
kann ein Weibchen auch zweimal im Jahr Nachwuchs bekommen. Die Tragzeit
dauert rund 34 bis 37 Tage, die Wurfgröße liegt bei durchschnittlich
fünf und kann von 3 bis 10 variieren. Neugeborene sind sehr klein (1,5
Gramm) und blind, nach einem Monat öffnen sie die Augen, nach eineinhalb
bis zwei Monaten werden sie entwöhnt. Weibchen werden mit drei Monaten
geschlechtsreif und können sich in ihrem ersten Lebensjahr bereits
fortpflanzen.
Viele Tiere sterben in ihrem ersten Lebensjahr, in freier Wildbahn
können sie ein Alter von maximal 3 bis 5 Jahren erreichen. Zu ihren
natürlichen Feinden zählen unter anderem Greifvögel, Eulen, Füchse und
auch Hermeline. In Gefangenschaft können Mauswiesel sogar bis zu 9 Jahre
alt werden. |
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Das
Mauswiesel und der Mensch |
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Da Mauswiesel sich vorrangig
von als Schädlingen angesehenen Nagetieren ernähren, wird ihnen mit
Wohlwollen begegnet. Sie wurden auch zu diesem Zweck gehalten und in
einigen Inseln und Regionen eingeführt, die nicht zu ihrem
ursprünglichen Lebensraum gehörten. Die Jagd auf ihr Fell spielt in
Gegensatz zu verwandten Arten nur eine sehr untergeordnete Rolle.
Regional können Populationen durch Zerstörung ihres Lebensraumes bedroht
sein, global gesehen zählen Mauswiesel aber nicht zu den bedrohten
Arten. Auch wenn man sie in der Natur nur extrem selten zu Gesicht
bekommt, ist ein Vorkommen von Mauswieseln in beinahe jedem Lebensraum
zu erwarten. |
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Literaturhinweis |
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-Ronald M. Nowak: Walker's
Mammals of the World. Johns Hopkins University Press, 1999 ISBN:
0801857899 |
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-Bettina Schmitt: Das
Mauswiesel in der Kulturlandschaft: Abundanz, Reviersysteme und
Habitatnutzung. Laurenti-Verlag, 2006, 103 S., mit zahlr. Abb. und
Tab., ISBN 978-3-933066-30-5 |
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Bilder
vom Mauswiesel |
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findet ihr, wenn man
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Weblinks |
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