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Das Hermelin oder
Kurzschwanzwiesel (Mustela erminea) ist eine Raubtierart aus der Familie
der Marder (Mustelidae). Es ist vor allem wegen seines im Winter weißen
Felles bekannt, weswegen es auch in der Pelzindustrie eine bedeutende
Rolle spielt. |
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Der
Körperbau |
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Hermeline haben den für viele
Marder typischen lang gestreckten, schlanken Körper mit eher kurzen
Beinen und kurzem Schwanz. Im Sommerfell zeigen sie die für viele Wiesel
typische Färbung mit brauner Oberseite und weißer Unterseite. Im Winterfell ist es
gänzlich weiß, mit Ausnahme einer schwarzen Schwanzspitze, die es
eindeutig vom Mauswiesel unterscheidbar macht. Dieser Fellwechsel findet
allerdings nicht in allen Teilen des Verbreitungsgebiets statt. In den wärmeren
Bereichen sind Hermeline ganzjährig braun-weiß, im hohen Norden
verlieren
sie dagegen nie das weiße Winterfell. Die Tiere erreichen eine
Kopfrumpflänge von 17 bis 33 Zentimeter, der Schwanz wird 4 bis 12
Zentimeter lang
und ihr Gewicht beträgt 40 bis 360 Gramm. Männchen sind etwas größer und
schwerer als Weibchen. |
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Das
Verbreitungsgebiet und der Lebensraum |
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Das Hermelin ist in den
gemäßigten und subarktischen Zonen der Nordhalbkugel verbreitet. Es
bewohnt Europa von den Pyrenäen, Alpen und Karpaten nordwärts, Nord- und
Zentralasien (einschließlich Japan), Teile Grönlands, Kanada und den
Nordrand der USA. Eingeschleppt wurde das Hermelin in Neuseeland und
Australien, wo es sich zu einem schweren ökologischen Problem entwickelt
hat.
Hermeline bewohnen eine Reihe von Landschaftstypen, darunter Wiesen,
Felder, Ufer und in begrenztem Maße auch Ränder menschlicher Siedlungen.
Sie sind in Höhen bis zu 3400 Meter anzutreffen. Geschlossene Wälder
werden von ihnen gemieden. |
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Die
Lebensweise |
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Hermeline können sowohl bei
Tag als auch bei Nacht unterwegs sein, in den meisten Fällen sind sie
allerdings dämmerungs- oder nachtaktiv. Als Deckung und Unterschlupf
beziehen sie Felsspalten, hohle Baumstämme, Steinhaufen oder verlassene
Baue anderer Tiere. Oft haben sie mehrere Nester in ihrem Revier, die
sie mit trockener Vegetation, mit Haaren oder Federn auskleiden.
Diese Tiere leben außerhalb der Paarungszeit einzelgängerisch. Sie
bewohnen ein Revier von rund 10 bis 40 Hektar Größe. Die Grenzen ihres
Reviers markieren sie mit dem Sekret ihrer Analdrüsen,
gleichgeschlechtliche Eindringlinge werden vehement vertrieben. |
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Die
Nahrung |
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Hauptsächlich erjagen
Hermeline kleine Säugetiere wie Mäuse, Ratten, Kaninchen, Spitzmäuse und
Maulwürfe. Daneben verzehren sie auch kleine Vögel, Eidechsen, Fische
und Insekten. Das Hermelin ist damit ein Nahrungskonkurrent für den
Rotfuchs und verschiedene Greifvögel.
Bevorzugt geht ein Hermelin zur Dämmerungszeit auf die Jagd. Es findet
die Beute hauptsächlich über Geruch und Gehör. Oft macht es dabei
„Männchen“, um die Umgebung zu orten. Wenn eine Beute erkannt wird,
schleicht es an diese heran und springt sie schnell und überraschend an,
um einen tödlichen Biss in den Hinterkopf zu platzieren. Das Opfer wird
dann zum Bau geschleppt.
Die früher sehr verbreitete Behauptung, Hermeline saugten ihren
Beutetieren das Blut aus, ist unwahr. |
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Die
Fortpflanzung und Lebenserwartung |
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Die Paarung findet im
Spätfrühling oder Sommer statt, danach kommt es allerdings zur Keimruhe,
das heißt die befruchtete Eizelle nistet sich erst im März des folgenden
Jahres ein. Die tatsächliche Tragzeit beträgt somit nur rund einen
Monat, und im April oder Mai kommen drei bis 18 (durchschnittlich sechs
bis neun) Jungtiere zur Welt. Diese wiegen nur rund 2 bis 3 Gramm und
sind blind und hilflos, sie werden nur vom Weibchen versorgt und
verteidigt. Sechs Wochen lang werden sie gesäugt; in dieser Zeit
gleichen sie sich im Aussehen den Alttieren an. Weibchen sind schon nach
zwei bis drei Monaten geschlechtsreif und können sich noch in ihrem
ersten Lebensjahr fortpflanzen, Männchen erreichen die Geschlechtsreife
hingegen erst mit einem Jahr.
Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Hermelins beträgt nur ein
bis zwei Jahre. Dafür sorgen viele Fressfeinde, unter anderem
Greifvögel, Eulen, Füchse und Dachse. Theoretisch können sie aber ein
Alter von sieben Jahren erreichen.
Viele Hermeline leiden auch an einem parasitischen Fadenwurm (Skrjabingylus
nasicola), der von Spitzmäusen übertragen wird und im Nasenraum lebt. Er
dringt später in das Gehirn vor und verursacht den Tod seines Wirtes. |
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Das
Hermelin und der Mensch |
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Da sie sich vorwiegend von
Nagetieren ernähren, sind Hermeline als Mäusefänger beliebt. Vor der
großflächigen Ausbreitung der Hauskatze wurden sie auf vielen
Bauernhöfen aus diesem Zweck gehalten. Heute werden sie auch als
Heimtier gehalten.
Das weiße Winterfell des Hermelins wurde stets als besonders wertvoll erachtet,
weshalb diese Tiere lange Zeit gejagt wurden. Ein Hermelinmantel galt
als das Vorrecht adliger Familien. Kaiser, Fürsten und Könige sowie der
Papst trugen früher
mit weißen Winterfell besetzte oder gefütterte Kleidung von Hermelinen, auf die als
besondere Zierde die schwarzen Schwanzspitzen aufgenäht waren. Heute
noch werden sie zum Teil in Pelzfarmen gezüchtet und unter anderem in
Osteuropa intensiv bejagt. |
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Systematik |
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Das Hermelin wird innerhalb
der Gattung Mustela in die Untergattung Mustela eingeordnet und ist
damit unter anderem mit dem Maus- und dem Langschwanzwiesel eng
verwandt. |
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Bilder
vom Hermelin |
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Weblinks |
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